UNTERRICHT

Arnold Schönberg beginnt seine Harmonielehre mit folgendem Satz:

„Dieses Buch habe ich von meinen Schülern gelernt.“

Dieses Motto berührt mich, denn ich freue mich sehr, dass mir meine Schüler mit Offenheit, Vertrauen und Fragen entgegenkommen, die auch mich dazu bringen, mein Tun und Wirken immer aufs Neue zu überprüfen.

Beim Unterrichten erlebe ich wunderbare Menschen, die bereit sind, nach ihrem individuellen Klang und ihren ganz eigenen  Ausdrucksmöglichkeiten zu suchen und die mit Hilfe ihrer Stimme ihre Persönlichkeit entfalten möchten.

Ob es Kinder sind, die erste Erfahrungen mit Atem und Tönen machen, Jungs, die ich durch den Stimmwechsel begleite, junge Leute, die sich auf Aufnahmeprüfungen vorbereiten oder ältere Menschen, die gern länger im Chor singen wollen, ob es um musikalisch-künstlerische Arbeit auf hohem Niveau geht oder um das Entdecken selbstproduzierter Klänge, ganz gleich in welchem Alter – immer ist es eine große Freude für mich, zu erleben, wie Selbstvertrauen und Selbstwahrnehmung wachsen.

Da unser Instrument der Körper ist, wirken sich körperliche Veränderungen und Änderungen der Lebensumstände unmittelbar auf den Gesang aus. Wir müssen unser Instrument also immer neu „justieren“, dürfen nie aufhören, nach Klarheit, Wärme und Leichtigkeit zu suchen.

Auch meine eigene Suche geht immer weiter. Ich bin dankbar, meine Erfahrungen mit meinen Schülern zu teilen und in der Arbeit mit ihnen immer neue Entdeckungen zu machen.
Das hört hoffentlich nie auf!

Überlegungen zum Umgang mit der Stimme